Hallo ihr Lieben,

 

weil ich immer öfter gefragt werde worauf ich denn meine Pastellzeichnungen mache, möchte ich heute mal erklären worauf ich dabei achte :)

 

Ich stand am Anfang auch vor der großen Frage ... welche Unterlage denn nur! Mein erster Versuch war auf schwarzem Tonpapier. Das, was man auch im Kindergarten zum Basteln nimmt und eigentlich ganz toll ist... naja solange man nicht versucht wirkliche Pastellkunstwerte darauf zu verewigen.

 

Die Oberfläche ist zu glatt, das Papier ist nicht säurefrei und für meinen Geschmack etwas zu dünn.

 

Für einen guten Effekt und das damit verbundene Erfolgserlebnis braucht man also eine möglichst raue Unterlage; Und da hat man momentan eine Hand voll Möglichkeiten ;)

 

Möglichkeit 1: Aquarellkarton

 

Ist von Haus aus etwas rau strukturiert und mit über 200g/m² auch starr genug um gutes Arbeiten zu ermöglichen. (Ich ziehe übrigens sogar die 500g/m² Variante vor! Das ist schon ein richtiger Karton).

Vorteil: Verhältnismäßig günstig, bekommt man ganz stressfrei bei bekannten Versänden und manchmal sogar beim Discounter um die Ecke. Verschiedene Größen

Nachteil: Weiß. Höchstens noch gräulich oder gelblich aber in anderen Farben gibts die Aquarellpapiere nicht. (Meines Wissens nach).

 

 

 

Möglichkeit 2: Velourpapier

 

Ja das könnte ich mir ununterbrochen an die Wange reiben, so schön flauschig und toll ist es :)) Aber für meinen Geschmack schon zu viel des Weichen wenn es darum geht, darauf zu malen. Velourpapier nimmt die Kreidestriche gut auf und man kann wirklich einen Effekt damit kreieren, der auf anderem Papier nicht möglich ist; Leider ist es nichts für detailverliebte Menschen wie mich.

Vorteil: besonderer Effekt, gute Farbannahme, auch zum selbst Zuschneiden und verschiedene Farben erhältlich

Nachteil: hoher Preis, kein detailverliebtes Arbeiten möglich

 

 

 

Möglichkeit 3: Pastelmat

 

Und da sind wir bei meinem Favoriten – darauf zeichne ich. Pastelmat nimmt sowohl harte als auch weiche Pastellstifte / Kreiden gut an; Man kann unglaublich detailiert in verschiedenen Schichten arbeiten und so fast fotorealistische Effekte erzielen.

Vorteil: geil darauf zu arbeiten! Verschiedene Größen auch zum selbst Zuschneiden, in diversen Farben erhältlich

Nachteil: nicht ganz so günstig, je dunkler die Pastelmat um so weicher sollte die Kreide sein (wenn man sehr helle Flächen hervorheben möchte)

 

Der Vollständigkeit halber muss noch die Pastelcard erwähnt werden, auf der ich allerdings noch nicht gearbeitet habe und mich daher leider nicht dazu äußern kann.

{fastsocialshare}

 

 

 

                            Und wie gehts dann weiter?

Ich fasse es jetzt mal ganz kurz zusammen damit niemand 'nen Wolf beim Lesen kriegt

 

1. Motiv aufzeichnen

 

(hierzu werde ich demnächst einen extra Eintrag verfassen, bis dahin lasse ich es mal so  stehen) Ich benutze zum Aufzeichnen auf dunklem hintergrund meistens einen dünnen weißen Kreidestift. Es geht aber bei etwas hellerem "Papier" durchaus auch mit Bleistift :)

Dann benutzt aber am Besten einen sehr weichen, damit die Pastelmat nicht "eingedrückt" wird. An diesen eingedrückten Stellen haftet nämlich später die Kreide nicht mehr so gut und es gibt unschöne Linien (beim genaueren Hinsehen)

 

 

2. Großflächig mit Pastellkreide grundieren

also ruhig die Fläche ausmalen und mit dem Finger schön verwischen - hier gehts noch gar nicht um die Feinheiten sondern erst mal darum, die eigentlichen Farben zu finden.

 

 

3. großflächige Schatten hinzufügen

im Prinzip wie Punkt 2, nur dass die Flächen miteinnader verbunden werden. Das kann man mit einem Pinsel oder dem Finger machen

 
 

4. Jetzt gehts an meine Lieblingsstelle – Details ;)

Ich zeichne wirklich jedes Haar einzeln, mehrere Schichten in verschiedenen Farbtönen. Dabei kann man bei Pastell auch ruhig hell auf dunklen Untergrund zeichnen. Einfach experimentieren!

 

5. Highlights!

Mit ganz weicher Kreide (auch hierzu werde ich demnächst mehr posten) kümmere ich mich dann um die Highlights wie den Glanz in den Augen oder auf der Nase, besonders helle Haare (wie Vibrissen) oder einfach Lichtreflektionen im Fell.

 

6. Hinter Glas!

Ich versiegel nichts weil dadurch leider alle hellen Töne eine (oder mehrere) Nuance dunkler werden und das ist dann sehr ärgerlich.

 
 

 

 

 

Ich hoffe ich konnte ein paar Fragen beantworten. Ihr könnt aber gerne auf meiner FB Seite https://www.facebook.com/Rattendesign/ dazu diskutieren und Fragen stellen.

 

Soll ich über etwas Bestimmtes schreiben? Dann genügt eine Mail an mich :) This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 

Nun wünsche ich gutes Gelingen bei der nächsten Farbschlacht,

 

Ratti

 

 

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